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Zur Zukunft und Gegenwart der universellen Jurisdiktion
Konferenz am 11. Juni 2005 in Berlin
Globalverfassung versus Realpolitik. Zur Zukunft und Gegenwart der universellen Jurisdiktion.
Global law versus Realpolitik. About presence and future of universal jurisdiction.
Termin/Date : Freitag/ Samstag 10./ 11. Juni 2005 - Berlin Ort/ Place : Preußischer Landtag/ Berliner Abgeordnetenhaus
Veranstalter : Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein (RAV) und Center for Constitutional Rights (CCR, New York)
Unterstützt
von: Berliner Rechtsanwaltskammer/ Berlin Bar association,
Holtfortstiftung, Internationale Liga für Menschenrechte (FIDH, Paris)
(asked) , (Lawyers against the war, Kanada, Legal Resources Center,
Montreal, Kanada – asked)
Languages : german/ english
Freitag/ Friday, June 10th 2005
12.00 Uhr Pressekonferenz/ Press-Conference/ Roundtabletalk with informed journalists Haus
der Demokratie, Robert-Havemann-Saal, Greifswalderstrasse 4, 10405
Berlin-Prenzlauer Berg, Strassenbahn Haltestelle Volkspark
Friedrichshain
19.00 Uhr Empfang in der Berliner
Rechtsanwaltskammer/ Reception at the Berlin Bar association,
Littenstrasse 9, 10179 Berlin-Mitte, U-Station Alexanderplatz
Samstag/Saturday, June 11th 2005
09.00 – 18.30 Uhr Kongress Preußisches Abgeordnetenhaus, Niederkirchnerstrasse 5, 10111 Berlin-Mitte, U-Station Potsdamerstrasse
Seit
den Nürnberger und den Tokioter Kriegsverbrecherprozessen besteht ein
internationaler Konsens darüber, dass Verantwortliche für schwerste
Menschenrechtsverletzungen – und seien es Staatsmänner – auch
persönlich strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden können. Für
viele Menschenrechtsorganisationen läutete die Arbeitsaufnahme des
Internationalen Strafgerichtshofes (ICC) in Den Haag am 1. Juli 2002
ein neues Zeitalter der Menschenrechte ein. In Deutschland und anderen
Staaten bestehen daneben nach nationalem Recht weitreichende
Möglichkeiten der Strafverfolgung wegen Menschenrechtsverbrechen, die
ausserhalb des nationalen Territoriums von Nicht-Staatsbürgern an
Nicht-Staatsbürgern begangen wurden. Die universelle Jurisdiktion
schien auf dem Vormarsch zu sein. Der ehemalige US-Aussenminister Henry
Kissinger forderte bereits - durchaus in eigenem Interesse –, die
politischen Entscheidungsträger nicht der „Tyrannei der Gerichte“
auszusetzen.
Doch im Moment überwiegen die Zweifel : in Spanien
und Belgien, den ersten Ländern, in denen Strafverfolger massiv gegen
ausländische Menschenrechtsverletzer ermittelten, wurden die Gesetze
aufgrund des grossen politischen Drucks eingeschränkt. In Deutschland
scheiterte –vorläufig- der Versuch, US- Verteidigungsminister Rumsfeld
und 9 weitere Vorgesetzte wegen der Folterungen im irakischen Gefängnis
Abu Ghraib zur Verantwortung ziehen zu lassen, bereits im Ansatz. Der
Internationale Strafgerichtshof ermittelt zwar bereits, jedoch
überwiegend gegen Tatverdächtige aus afrikanischen Ländern, und mit
unsicheren Erfolgsaussichten. Es stellt sich daher für PraktikerInnen
und WissenschaftlerInnen die Frage nach den Zukunftsperspektiven der
universellen Jurisdiktion:
- Kann die universelle Jurisdiktion
ein wirksames juristisches Instrument gegen die Straflosigkeit von
Menschenrechtsverletzungen werden?
- Herrscht auch im Völkerstrafrecht das Recht des Stärkeren oder bedeutet es einen Schritt zu einem Weltrecht ?
-
Welche Rolle spielt das weltweite Netzwerk von RechtsanwältInnen und
Menschenrechtsorganisationen bei der Verfolgung von
Menschenrechtsverletzungen und bei der Schaffung einer Globalverfassung
?
Diese Probleme sollen von internationalen ExpertInnen am 11.
Juni 2005 in Berlin auf einem ganztägigen öffentlichen Kongress
diskutiert werden.
Programm/Program Samstag/ Saturday, June 11th 2005
09.00 Uhr Begrüssung durch die Veranstalter/Wellcome by CCR and RAV
09.15 – 11.00 Uhr Einführungsvorträge/ Keynote speeches : Moderation : Rechtsanwalt Bernd Häusler, Vizepräsident und Menschenrechtsbeauftragter der Berliner Rechtsanwaltskammer
-
Prof. Kai Ambos/ Universität Göttingen : Anspruch und Wirklichkeit des
Völkerstrafrechts nach 2002 (u.a. Teilnehmer der Expertengruppe zur
Ausarbeitung des Völkerstrafgesetzbuches, Verfasser des Buches „Der
Allgemeine Teil des Völkerstrafrechts“ Berlin, 2002)
-
Rechtsanwalt Dr. Jörg Arnold/ Max-Planck-Institut (MPI), Freiburg /
Director of a comparatitive project at the MPI: Strafrecht und andere
Reaktionen auf Systemunrecht/ Criminal law and alternative reactions to
systematic human rights violations
- Rechtsanwalt/ Lawyer Michael Ratner/ New York, Präsident des CCR . The legal and political fight against Guantánamo
11.00 – 11.30 Uhr Kaffeepause/coffee break
11.30 – 13.15 Uhr Lehren aus dem Fall Donald Rumsfeld in Deutschland/ Conclusions from the case against Donald Rumsfeld
Moderation : NN
Dr.
Florian Jessberger, Humboldt- Universität zu Berlin, z. Zt. Neapel :
Das Völkerstrafgesetzbuch, Probleme der Vorgesetztenverantwortlichkeit
(Command Responsibility) und der Fall Rumsfeld (The concept of the
german CCIL and the Rumsfeld case)
Seymour Hersh, Journalist “The
New Yorker” (angefragt/asked) and/or Dana Priest, Journalistin
“Washington Post”(angefragt/asked) : The Road to Abu Ghraib,
Prof.
und Rechtsanwalt Scott Horton, Columbia University Law School, NY,
Association of the Bar of the City of New York: Recht des Stärkeren
oder ein Schritt zu einem Weltrecht, Straflosigkeit von
Kriegsverbrechen in den USA/ About Impunity in the US,
Rechtsanwalt
Peter Weiss, Vizepräsident des CCR und von IALANA Lehren aus dem Fall
Donald Rumsfeld in Deutschland/ Conclusions from the case against
Donald Rumsfeld,
Diskussion, anschliessend Mittagspause/ lunch break
14.30-
16.00 Uhr Die Erfahrungen mit universeller Jurisdiktion in den
verschiedenen Nationalstaaten - Experiences with universal jurisdiction
at domestic courts
Moderation: Rechtsanwältin Petra Schlagenhauf, Berlin, RAV
Antoine
Bernard/ Rechtsanwältin Jeanne Sulzer, Fèdèration des ligues des droits
de l’homme, Paris (FIDH), Überblick über den Kongo Fall/ Survey at the
new French cases Congo-Beach-case
Rechtsanwalt Michael Verhaeghe, Brüssel, Gastprofessor an der Universität Leuven: Die
belgischen Fälle (Strafsachen gegen Sharon, Pinochet und wegen
Völkermordes in Ruanda/ The belgium cases against Sharon, Pinochet and
the warcrimes in Rwanda
Rechtsanwalt Carlos Slepoy, Madrid, Die
Strafverfahren gegen argentinische und chilenische Militärs in Spanien
und der Fall Adolfo Scilingo, Cases against Pinochet and argentinian
military officers in spain,
Carla Ferstman / Lorna Mc Gregor, Redress, London, Die englischen Erfahrungen/ experience in the U.K.
16.30 – 18.30 Uhr Podiumsdiskussion/ paneldiscussion Universelle Jurisdiktion – Recht des Stärkeren oder ein Schritt zu einem Weltrecht Universal jurisdiction – Law of the powerful or world law, a round-table discussion
Moderation : NN
Prof.
Dr. Däubler Gmelin, MdB, Berlin, frühere Bundesministerin der
Justiz/former stateminister of justice (angefragt/ to be confirmed)
Moreno Ocampo, Chefankläger des ICC, Den Haag/chief prosecutor at the ICC, The Hague (angefragt/asked)
Prof. Naomi Roht-Ariaza Hastings College, USA (angefragt/to be confirmed) Antoine Bernard, Generalsekretär der FIDH, Paris
Peter Weiss, Lawyer, New York, Vizepräsident des CCR und von IALANA
Wolfgang Kaleck, Rechtsanwalt, Berlin, Vorsitzender des RAV, Sprecher „Koalition gegen Straflosigkeit“
 
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